ACADEMIA HABANOS

Die Welt der Habanos

Im schatten gezogene blätter für deckblätter



Im schatten gezogene blätter für deckblätter

Die Verarbeitung der Tabakblätter, die für eine Habano benötigt werden, unterscheidet sich je nachdem, welche Anbaumethode verwendet wurde und welche Funktion ein Blatt später in der Zigarre haben soll. Nachstehend folgt deshalb eine Beschreibung des Prozesses zur Herstellung eines Deckblattes.

Lufttrocknung der Deckblätter

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Der erste Prozess, dem ein gerade geerntetes Deckblatt unterzogen wird – und von dem der Erfolg der Ernte abhängt – ist die langsame, vorsichtige und sorgfältige Trocknung an der Luft, welche die Feuchtigkeit beseitigt und dem Blatt nach und nach einen goldbraunen Farbton verleiht.

1. Lufttrocknung nach der traditionellen Methode 
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Geschickte Frauenhände heften die Blätter paarweise zusammen und hängen sie an Holzstangen (cujes) auf.

Einige Deckblätter werden in traditionellen Trockenschuppen getrocknet, die vollständig von natürlichen Klimagegebenheiten abhängen. Die Blätter werden dabei paarweise aufgefädelt und dann nebeneinander über Holzstangen (cujes) gehängt, die mit fortschreitendem Trocknungsprozess immer höher „wandern“. Am Ende befinden sie sich direkt unter dem Dach des Tabakhauses. Um die gewünschte natürliche Regulierung von Temperatur und Feuchtigkeit zu erreichen, müssen Luftzirkulation und Lichteinfall ständig überwacht werden. Dieser Prozess dauert rund 50 Tage.

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El final del proceso de curación coincide con el inicio de la temporada de lluvias, que brinda la humedad necesaria a cada hoja para ser zafada – o retirada del cuje- y componer los pilones.

2. Kontrollierte Lufttrocknung

In den 1990er Jahren wurde, um die unvorhersehbaren Veränderungen von Temperatur und Feuchtigkeit in einem traditionellen Trockenschuppen besser kontrollieren zu können, eine neue, raffinierte Methode zur Lufttrocknung der Deckblätter entwickelt und eingeführt, die rund um die Uhr optimale Bedingungen sicherstellt und dabei Zeit spart. Der Zustand der wertvollen Blätter muss natürlich trotzdem ständig überwacht werden, um bei auftretenden Veränderungen eine Feinregulierung der Bedingungen vornehmen zu können. Der Trocknungsprozess findet gleichmäßig, ohne Unterbrechung, Tag und Nacht, statt und verkürzt sich dadurch auf etwa 25 Tage.

Fermentation der deckblätter

Wenn die Deckblätter vollständig getrocknet sind, werden sie von den Holzstangen genommen und zu Bündeln, gavillas, zusammengebunden.

Damit ist die Arbeit des Pflanzers abgeschlossen. Das Blattgut geht nun in die Hände der Empresa de Acopio y Beneficio del Tabaco über – der „Organisation für den Ankauf und die Nutzung des Tabaks“ – die den Tabak bei den Pflanzern aufkauft. Die getrockneten Blätter kommen nun zur Auslese in die escogida (das Sortierhaus), wo sie einer Fermentation unterzogen werden.

Weil Deckblätter so dünn und empfindlich sind, werden die Blätter nur ein Mal fermentiert. Das dauert mindestens 20 Tage und wird in dafür speziell konstruierten Räumen durchgeführt. Während der Fermentation wird alles, was den späteren Genuss beeinträchtigen könnte, abgebaut und beseitigt. Der Säure-, Teer- und Nikotingehalt der Blätter verringert sich, während ihr charakteristischer Geschmack hervorgehoben wird. Außerdem wird die Farbe der Deckblätter gleichmäßiger.

Nach der Fermentation verbleiben die Deckblätter in der escogida, um in einem weiteren Prozess ausgelesen und sortiert zu werden.

Auslese und sortierung von deckblättern

Größe, Farbe und Beschaffenheit sind die drei Kriterien, nach denen sich diese Auslese richtet. Die Deckblätter – wie bereits erwähnt – erfahren die größte Aufmerksamkeit. Zuerst werden sie etwas befeuchtet und noch einmal belüftet, um sie für das Ausleseverfahren vorzubereiten. Dabei werden sie in mehr als 50 verschiedene Kategorien einsortiert, um sicherzustellen, dass nur perfekte Deckblätter bei der Herstellung der Habanos Verwendung finden. Jedes Blatt, das nicht den Qualitätskriterien entspricht, wird aussortiert und für andere Zwecke verwendet.

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Die Sortierung des kubanischen Tabaks ist wahrscheinlich eine der sorgfältigsten der Welt

Bündelung und Reifelagerung der Deckblätter

Nachdem die Deckblätter in Kategorien eingeteilt wurden, bündelt man sie erneut. Diese Bündel (gavillas) werden dann in Ballen (tercios) aus der Rinde der Königspalme (yagua) verpackt. Dieses Material wird in Kuba auch für zahlreiche andere Zwecke verwendet.

Auf jedem Ballen befinden sich Etiketten, die Auskunft über die Blätter, deren Größe, Erntejahr und Verpackungsdatum, geben. Die tercios werden außerdem mit einem Code versehen, aus dem hervorgeht, in welcher escogida die Blätter sortiert wurden.

Zum Schluss transportiert man die tercios in die Lagerhäuser, wo sie mindestens sechs Monate gelagert werden.

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Die Ballen mit den Deckblättern sind bereit für den Versand ins Lager nach Havanna, um dort reifegelagert zu werden.




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